14.07.2020

Risikostatus, Stereotype und Stigma in der Corona-Pandemie

Die Corona-Pandemie hat schon früh einen gesellschaftlichen Diskurs angestoßen, in dem verschiedenen Gruppen Eigenschaften und Verhaltensweisen in pauschalisierender Weise zugeschrieben wurden. Als Opfergruppen wurden, epidemiologisch nicht ganz zu Unrecht, die Alten und die Kranken herausgestellt. „Enkel schützt Eure Großeltern, indem ihr sie nicht mehr besucht“ oder „Alte, bleibt zu Hause“. Diesen (über)protektiven Appellen folgten dann bisweilen Schuldzuweisungen: „Die Mühen des Lockdown verdanken wir denen, die sowieso bald sterben werden“. Verstärkt dieser gesellschaftliche Diskurs negative Altersbilder? Werden Generationenkonflikte verschärft? Hat die Corona-Krisenbewältigung – wie von Politikern und Zivilgesellschaft mehrfach gefordert – die Solidarität gestärkt oder ganz im Gegenteil die Spaltung zwischen Teilen der Gesellschaft vertieft? Wurden soziale und gesundheitliche Ungleichheiten verschärft?

Moderation: Prof. Benjamin Schüz, Universität Bremen

Hauptvortrag:

"Es trifft sowieso nur die Alten und Kranken" – Risikostatus, Stereotype und Stigma in der Corona-Pandemie (PDF)
Prof. Clemens Tesch-Römer, Deutsches Zentrum für Altersfragen

Kurzinputs:

Es (be)trifft uns alle: Die Crux der Prävention
Prof.in Susanne Wurm, Universität Greifswald                                                                                                                             
Covid-19, ältere Menschen und Adaptation: Anmerkungen aus psychologischer Sicht
Prof. Hans-Werner Wahl, Universität Heidelberg